Dienstag, Dezember 1, 2020

Was tun gegen Heuschnupfen?

Heuschnupfen, was ist das?

Heuschnupfen ist die in Deutschland am meisten verbreitete allergische Erkrankung, von der mittlerweile jeder Zehnte mehr oder minder betroffen ist. Ausgelöst wird er durch Blütenpollen. Deshalb wird er in Fachkreisen auch als Pollinosis bezeichnet. Ein anderer Begriff dafür ist die allergische Rhinokonjunctivitis.

Oft beginnt er als Allergie auf Graspollen und weitet sich später auf Pollen von Bäumen und Sträuchern aus. Dabei reichen oft schon kleinste Mengen von Blütenpollen, um die Reaktion in Gang zu setzen, unter Umständen bereits 20 Pollen pro Kubikmeter Luft.

Typische Beschwerden

Im Vordergrund steht ein starker, quälender Niesreiz, der oft mit heftigen Niesattacken einher geht. Die Schleimhäute jucken, röten sich und schwellen an. Die Nase läuft unentwegt. Zum Fließschnupfen gesellen sich rote, tränende und juckende Augen. Häufig kommen Kopfschmerzen, Mattigkeit und Schlafstörungen hinzu. Daß all diese Beschwerden auch das seelische Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen, ist wohl nicht von der Hand zu weisen. Gott sei Dank ist der Heuschnupfen nur eine saisonale Erkrankung.

Zeitraum der Erkrankung

Die Beschwerden sind, je nachdem auf welche Art von Pollen der Mensch reagiert, auf bestimmte Jahreszeiten begrenzt, da sie von der jeweiligen Blütezeit der betreffenden Pflanzen abhängig sind.

Jemand, der auf früh blühende Pflanzen wie Haselnuß oder Erle reagiert, hat seine Beschwerden schon Ende März überwunden. Roggenallergiker hingegen leiden besonders heftig im Mai und Juni, weil dann die Roggenpollen fliegen.

Manche Kräuter, wie Brennessel oder Goldrute haben erst im Frühherbst Pollen Flugsaison und machen den Betroffenen bis in den Oktober hinein zu schaffen. Leider kann man den Pollen längst nicht immer aus dem Weg gehen, selbst dann nicht, wenn die auslösenden Allergene exakt bestimmt sind. Denn die winzig kleinen Pollen werden vom Wind über Kilometer verbreitet und gelangen so fast überall hin.

Deshalb sollten Pollenallergiker die folgenden Tipps beachten:

  • Halten Sie sich so kurz wie möglich im Freien auf, wenn „Ihre“ Pollen fliegen. Spaziergänge sollten Sie ausschließlich nach einem Regenschauer unternehmen, wenn die Luft reingewaschen ist.
  • Verzichten Sie während der Pollenflugsaison auf sportliche Aktivitäten im Freien, auf Gartenarbeit, aber auch auf Gartenparties und Picknicks.
  • Schließen Sie die Wohnungsfenster, auch während des Schlafes, denn der Pollenflug beginnt morgens zwischen 3 und 5 Uhr.
  • Meiden Sie während der Pollenflugzeit so weit als möglich das Revier der zugehörigen Pflanzen, also Wiesen, Felder und Wälder.
  • Halten Sie bei Autofahrten die Fenster geschlossen, und lassen Sie die Lüftung aus. Für Vielfahrer lohnt sich der Einbau eines speziellen Luftfilters.
  • Pollen verfangen sich überall, auch in Haaren und der Kleidung. Es hilft, wenn Sie vor dem Schlafengehen die Haare waschen und Ihre Kleidung nicht im Schlafzimmer wechseln.
  • Saugen Sie regelmäßig Staub, und nutzen Sie wenn möglich Staubsauger mit Mikrofilter, um die Pollen von Teppichen und Polstermöbeln zu entfernen. Feuchtes Wischen bindet die Pollen, trockenes Staubwischen hingegen wirbelt sie nur auf.
  • Legen Sie Ihren Urlaub in eine pollenarme Saison oder fahren Sie in pollenarme Regionen wie das Hochgebirge, oberhalb von 1.600 m, oder an die Küste.
  • Und noch ein guter Rat: Gewöhnen Sie sich das Rauchen ab, denn Rauchen ist ein zusätzlicher Reiz für die Atemwege, der die Beschwerden noch verstärkt.

Übrigens: Der Heuschnupfen kann sich jederzeit auch zu einem allergischen Asthma oder der Neurodermitis wandeln. Um das zu vermeiden suchen Sie bitte rechtzeitig den Arzt auf. Er wird Ihnen jederzeit zu einer für Sie geeigneten Therapie raten.

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